
Krise im Videospielmarkt? Nein…. Der US-Videospielemarkt ist im März 2009 laut den Marktforschern der NPD Group im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17% geschrumpft. Insgesamt machte die Kundschaft 1,43 Mrd Dollar für Konsolenhardware und -spiele locker. Ist die Wirtschaftsflaute damit auch im bisher krisenresistenten Videospielemarkt angekommen? Nein, sagt eine NPD-Analystin. Entscheidend sei, dass das Osterfest 2009 in den April gerutscht sei - im vergangenen Jahr fielen die Osterumsätze auf den März. Zudem landete Nintendo im März 2008 mit “Super Mario Smash Bros. Brawl” einen Volltreffer, ein ähnlicher Top-Seller fehlte diesmal bei den Umsätzen. Die erste “GTA“-Auskopplung für den Nintendo DS floppte. Und noch ein Dämpfer für die erfolgsverwöhnten Japaner: Nintendo verzeichnete das erste Mal seit 14 Monaten einen Umsatzrückgang der Wii-Konsole. Nur Microsoft verkaufte mehr Einheiten seiner Konsole als vor einem Jahr. Feiern kann auch Capcom: “Resident Evill 5” (Foto oben) dominiert mit 1,5 Mio verkauften Einheiten die Software-Hitparade (via 4Players.de, Gamesmarkt).
Die Spielebranche tobt: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat Gewaltspiele auf eine Stufe mit Kinderpornografie gestellt: “”Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt”, heißt es in einer Mitteilung von Herrmann an die Presse. In einem offenen Brief fordern die Verbände G.A.M.E. , BIU und ESB nun eine Entschuldigung Herrmanns “für diesen völlig überzogenen, sachlich falschen und unnötig polemischen Vergleich” (via Spiegel Online, Gamesmarkt). Auch die Videospieler wehren sich in einem offenen Brief gegen das Bashen von Videospielen (via jetzt.de).
Bei der ersten Verleihung des Deutschen Computerspielpreises (bartlspielt vom 17. August 2008) hat sich die Jury um die Gewaltdebatte gedrückt. Harte Ballerspiele und Programme ab 16 Jahren waren kein Thema unter den ausgezeichneten Games. Ausnahme: ein paar brutale Zwerge und blutrünstige Trolle, die den wichtigsten Preis abräumten (via Welt Online).
Ego-Shooter gut für die Augen: Die hohen visuellen Anforderungen von Ego-Shooter-Spielen haben positive Auswirkungen auf Spieler. Laut US-Forschern verbessern sie das Kontrastsehen und könnten sogar zum Augentraining eingesetzt werden (via Spiegel Online).

Games beherrschen App Store: Spiele nehmen bei den kostenpflichtigen Downloads, die über Apples App Store angeboten werden, die Spitzenplätze ein: Neben “Crash Bandicoot Nitro Kart 3D“, das mit einem Downloadpreis von 5.99 US-Dollar zu den teureren Angeboten zählt, geht auch Segas “Super Monkey Ball” weg wie warme Semmeln. Auch für Klassiker wie “Tetris” von Electronic Arts, Namco Bandais “Pac Man” oder auch “Bejeweled 2” von PopCap öffnen die Kunden ihre Geldbörse (via gamesmarkt).
Die Toten Hosen eröffnen die gamescom (Logo unten): Ab dem 19. August versammelt sich die Spielebranche für fünf Tage zur gamescom in Köln (Nachfolger der Games Convention). Die Toten Hosen spielen auf dem Open-Air-Eröffnungskonzert im Rhein-Energie-Stadion, Karten gibt’s ab 34 Euro (via gamescom).

Eine Broschüre zum Thema eGame Advertising hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) veröffentlicht. Werbetreibende und Vermarkter finden darin Werbemöglichkeiten in und im Umfeld von digitalen Spielen. Neben Begriffsdefinitionen und Werbeformen geht die rund 40-seitige Publikation auf Preismodelle und Arten der Kontaktmessung ein und soll Erfahrungswerte samt Empfehlungen bieten. Unter www.bvdw.org geht’s zum kostenlosen Download.
Mann der ersten PlayStation-Stunde verlässt Sony Computer Entertainment Europe (SCEE): David Reeves legt Ende April sein Amt als Präsident und CEO der europäischen PlayStation-Sparte nieder und geht in Ruhestand. Die Gründe für den Rücktritt - unklar. Reeves´ Nachfolger wird der erfahrene Sony-Manager Andrew House (via Computer Bild).
Legendärer Spiele-Erfinder Will Wright schult um: Wright hat den Spaß beim Videospielekonzern Electronic Arts verloren und orientiert sich neu. In seiner eigenen Ideenschmiede will der eigenwillige Erfinder von Spielen wie “Die Sims” an alte Erfolge anknüpfen (via ftd.de).