
Preissenkung oder Ausstieg: Der mächtige Spieleboss Robert Kotick (Foto) setzt Sony die Pistole auf die Brust: “Ich mache mir Sorgen um Sony. PlayStation 3 verliert an Boden und die Situation macht es schwierig für mich, die Konsole weiterhin zu unterstützen”, so der Activision-Blizzard-CEO. Zum Problem würden die zusehends hohen Entwicklungskosten bei gleichzeitig vergleichsweise geringeren Vermarktungschancen. Denn die Produktion von PS3-Spielen verschlinge viel Geld, auf Wii und Xbox 360 ließen sich dank der größeren installierten Basis aber höhere Stückzahlen verkaufen, so Kotick. Er wiederholte seine Forderung nach einer Preisenkung, ansonsten müsse Activision Blizzard (”Guitar Hero“, “Call of Duty“) das PS3-Geschäft überdenken (via gamesmarkt.de).
Schlusslicht Sony: In den USA sind die Umsätze mit Videospielen im Mai um 23% zurück gegangen. Laut den Marktforschern der NPD Group fielen die Erlöse erstmals seit August 2007 unter die 1-Mrd-Dollar-Marke. Die Hardwäre-Verkäufe gingen im Jahresvergleich um satte 30% zurück. Der Umsatz mit Software sank um 17%. NPD führt den Großteil des Rückgangs allerdings nicht auf die wirtschaftlichen Probleme zurück, sondern eher auf einen Mangel an attraktiven Spielen. Bei den Konsolen hat Nintendo weiter die Nase vorn. Microsoft konnte seine Xbox 360 im Mai rund 175.000 Mal verkaufen - ein Plus von 22%. Sony war einmal mehr das Schlusslicht und konnte nur rund 131.000 PlayStation 3 und 117.000 PlayStation 2 verticken (via winfuture.de).

“Games Don’t Kill” ist der Titel einer Kunstaktion, die von Jana Herwig und Harald Eckmüller im März dieses Jahres ins Leben gerufen wurde. Sie nahm ihren Anfang auf Twitter, eine Flickr-Group folgte, die schließlich insgesamt 80 Bildmontagen zum Thema Gewalt in Computerspielen hervorbrachte. Auslöser für die Aktion sei die Medienberichterstattung zum Amoklauf von Winnenden gewesen: “Die Schlagzeile ‘Vor der Bluttat spielte er ein Killer-Game am Computer’ war irritierend”, so Herwig. Der Medienwissenschaftlerin ging es darum, den Schwerpunkt der Diskussion weg von den Computerspielen hin zu den realen Waffen zu lenken. Die Bild-Text-Montagen zeigen bekennende Computerspieler, die schon einmal im Videospiel “getötet” haben, Gewalt in der Realität jedoch ablehnen (via derstandard.at, orf.at).
Sperr-Maßnahmen: Nach der Entscheidung des Bundestags für eine Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet gibt es Überlegungen für eine Ausweitung der Sperr-Maßnahmen. Der Bundestagsabgeordnete und CDU-Generalsekretär in Baden-Württemberg, Thomas Strobl, brachte die Idee ins Spiel, auch Seiten mit Ballerspielen zu blockieren. “Wir prüfen das ernsthaft“, so Strobl gegenüber dem “Kölner Stadt-Anzeiger“. “Wir gehen nach Winnenden nicht zur Tagesordnung über“, so der CDU-Politiker. “Wenn es einen Nachweis gibt, dass sich Killerspiele negativ auf das Verhalten Jugendlicher auswirken, dann kann das Internet kein rechtsfreier Raum sein.” (via Welt Online). Derweil hat der Deutsche Kulturrat die Forderungen der Innenministerkonferenz kritisiert, gewalthaltige Computerspiele zu verbieten (bartlspielt vom 8. Juni 2009).

Ingame-Werbung: Wagner Pizza und Kapersky Lab heißen die Sponsoren des Online-Spiels “Mountainbike Challenge 09“. Das von SevenOne Interactive (ProSiebenSat.1) und nexxter vermarktete Sportspiel ist ab sofort unter dem Titel “Big Pizza Mountainbike Challenge 09″ online. Wagner Pizza wird etwas die Hälfte der buchbaren Werbeflächen belegen. Das Unternehmen hat zudem eine eigene Microsite unter www.big-pizza.de programmieren lassen. Wagner Pizza war bereits Hauptsponsor der “Ski Challenge” (bartlspielt vom 25. November 2008), die wie die “Mountainbike Challenge” die Greentube AG entwickelt hat.

Falsche Fundamentalisten: Der Videospielhersteller Electronic Arts muss fragwürdige Werbemethoden eingestehen. Eine vermeintlich fundamentalchristliche Demonstration in Los Angeles gegen ein Spiel des Konzerns (”Dante’s Inferno“) war in Wirklichkeit eine Marketing-Aktion.

“El Niño”: Konami hat Fernando Torres (Foto oben) als Coverboy für sein Fußballspiel “Pro Evolution Soccer 2010” gewonnen: Der spanische Nationalstürmer vom FC Liverpool hat einen Einjahresvertrag unterzeichnet und tritt ab sofort neben Barca-Wunderkind Lionel Messi als Pro-Evo-Werbebotschafter auf. “Das neue Spiel sieht absolut großartig aus, und ich freue mich bereits riesig darauf, mich selbst in PES 2010 in Aktion zu sehen”, gibt Torres zu Papier. “PES 2010″ erscheint im vierten Quartal u.a. für PS3 und Xbox 360 (via gamepro.de, 4players.de).

Hochkaräter: Die Leipziger Messe hat für die “Dialogkonferenz” der Games Convention Online David Reeves (Foto oben) als Keynote Speaker an Land gezogen. Der langjährige CEO von Sony Computer Entertainment Europe eröffnet die Konferenz am Freitag, 31. Juli 2009, mit dem Vortrag “Schrodingers Cat and Heisenberg’s Dog - The Change from Offline to Online”. Aufbauend auf seinen beruflichen Erfahrungen soll Reeves erläutern, was “Everything online” für die Branche und ihre Akteure bedeutet. “Auf der GCO werde ich einen Ausblick geben, wann der Online-Vertrieb von Spielen die klassischen Handelsdistribution überholt”, so Reeves, unter dessen Regie Sonys Playstation 3 und Playstation Portable in Europa eingeführt wurden.