
“Ich woll doch nur spielen!” Wer unter diesem Motto im Web herumnavigiert, könnte beim runderneuerten “SevenGames.de” einen Hafen finden: Der Betreiber des Angebots, die ProSiebenSat.1-Tochter SevenOne Intermedia, hat alle redaktionellen Inhalte von der Site entfernt - d.h. die Besucher finden dort nicht mehr die jüngsten Nachrichten über Sonys PS3 Slim, sondern können ihren Spieltrieb ausleben. Offenbar waren die Artikel auf “SevenGames.de” nicht sonderlich beliebt. Die redaktionellen Beiträge, u.a. auch die Web-TV-Sendung “SevenGames TV“, bleiben aber in der Familie - sie tauchen künftig bei “ProSieben.de” auf.
Auf die halbe Million Unique User von “SevenGames.de” warten zunächst 30 von SevenOne Intermedia selbst gebastelte Flashgames - einfache Spiele für den schnellen Hunger zwischendurch. Dass die Besucher nicht nur miteinander spielen sondern auch miteinander kommunizieren, wollen die Macher mit gemeinschaftsstiftenden Besonderheiten erreichen: So besteht die Möglichkeit auf “Seven Games.de” eigene Ligen aufzustellen oder Clans zu bilden, es gibt Charts und Highscores, Freundschaften lassen sich im Games-Chat knüpfen. SevenOne Intermedia drückt dem Ganzen den Namen “Social Gaming” auf und sieht sich dabei als Pionier: Kein anderer TV-Konzern habe etwas derartiges auf die Beine stellt. Andere aber jenseits der TV-Welt schon.
Beim Online-Games-Platzhirsch king.com gibt es bereits seit Jahren eine große, umtriebige Communitys - bis zu 350 Mio Spiele werden dort monatlich gespielt. king.com versucht gerade auch bei Sozialen Netzwerken wie Facebook einen Fuß in die Tür zu bekommen.
Auch “SevenGames.de” will sich ausdehnen: In Holland, Belgien, Norwegen und Schweden soll es in den nächsten Wochen eigene Sprachversionen der Spiele-Site geben, bis Mitte 2010 will “SevenGames” in den “wichtigsten Ländern Europas” seine Flagge hissen, wie Marc Wardenga, Head of Games bei SevenOne Intermedia, ankündigt. Die Münchner haben für ihre neue Games-Plattform richtig Geld in die Hand genommen: Im Zeitraum von anderthalb Jahren ist ein siebenstelliger Betrag in den Aufbau der Site geflossen.Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie fleißig die Spieler-Gemeinde virtuelle Gegenstände einkauft - so gibt es für jedes Spiel “Power-ups”, die zusätzliche Fähigkeiten verleihen. Das Daddeln sowie das Nutzen der Community ist kostenlos.