archiv für November 2009

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt: Vier Wochen vor Weihnachten dominiert Nintendo die Weihnachts-Wunschzettel von Amazon.de. Auf der Liste “Meistgewünschte Artikel in Games” belegen die Japaner 15 Plätze der Top 20. Die besten Chancen unter die deutschen Weihnachtsbäume zu kommen hat das Wii-Spiel “New Super Mario Bros.“, das am 1. Dezember in den Verkauf geht. Auf Platz 2 und 3 der Amazon-Wunschzettelliste: das Trainings-Programm “Wii Fit Plus” und die Spiele-Sammlung “Wii Sports Resort” plus “Wii Motion Plus“. Mit der “Nintendo Wii” und dem “Wii Balance Board” folgt die nötige Hardware auf Platz 4 und 5.
Nintendo wurden jüngst Absatzprobleme bescheinigt, von einer Krise war die Rede. Für das wichtige Weihnachtsgeschäft scheint das Unternehmen, das den Preis seiner Wii-Konsole kräftig gesenkt hat, aber bestens gerüstet. Sonys Playstation 3 Slim, die sich zuletzt an den Ladenkassen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Wii lieferte, folgt auf der Amazon.de-Liste noch hinter der schwarzen Wii auf Platz 10. Die Xbox-360 sucht man in der Top 100 vergebens, die Nintendo DS Lite hat es auf Platz 69 geschafft.
Den Titel als beliebteste Nicht-Nintendo-Wunsch-Software kann sich Ubisofts “Assassin’s Creed 2” (Platz 6) ans Revers heften. Zu erwähnen sind hier noch Sonys “Uncharted 2” (Platz 11) und “Modern Warfare 2” (”nur” Platz 21).

RTL interactive schaltet beim Games Publishing einen Gang runter. Eine Fortführung als eigenständige Unit habe zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine ausreichenden Chancen am Markt, zitiert “GamesMarkt” aus einem internen Schreiben von RTL-interactive-Geschäftsführer Marc Schröder. Dem Schreiben zufolge sollen die für 2010 in Produktion befindlichen Spiele noch abgeschlossen und veröffentlicht, die Lizenzprodukte im Einzelfall über das Licensing-Team von Bereichsleiterin Birgit Hönsch ausgewertet und weiter geführt werden. Neue Produkte würden aber nicht mehr rangeschafft.
Auch personelle Konsequenzen soll es geben: Von bis zu sieben Mitarbeitern müsse sich RTL interactive im Laufe des kommenden Jahres trennen, wird Schröder zitiert. Ein RTL-interactive-Sprecher hat die “GamesMarkt”-Angaben gegenüber kress.de bestätigt.
Hintergrund: Das RTL-Games-Publishing-Team, seit Anfang 2009 am Start, konzipiert und veröffentlicht PC- und Videogames für unterschiedliche Spieler-Typen und hat dabei bisher vor allem auf den Massenmarkt der Arcade- und Casual-Games gesetzt. Zu den bekanntesten Titeln gehören das Horst-Schlämmer-Quiz “Weisse Bescheid?!“, “RTL Winter Sports“ oder “RTL Biathlon“.

RTL interactive will den Spielbetrieb aber nicht einstellen, künftig soll der Fokus noch mehr auf den Onlinegames liegen. Gerade ist das neue RTLspiele.de gestartet, mit rund 500 Online-Spielen.
Der weltweite Games-Markt ist in diesem Jahr schwer eingebrochen. Selbst Branchenriesen wie EA stampfen ganze Studios ein und entlassen tausende Mitarbeiter.

Die Leipziger Messe hat die Eckdaten der kommenden Games Convention Online (GCO) mitgeteilt: Demzufolge startet die Messe für Online- und Casual-Games drei Wochen früher als dieses Jahr und dauert einen Tag länger. Wie bisher gibt es drei Publikumstage, vom Freitag 9. Juli bis Sonntag 11. Juli. Die Fachbesucher dürfen schon am Donnerstag, dem 8. Juli in die Leipziger Messehallen - der Business-Tag ist neu. ”Wir reagieren damit auf den ausdrücklichen Wunsch der Industrie, die zur Auftaktveranstaltung eine große Zahl an Geschäftsgesprächen in kürzester Zeit zu bewältigen hatten”, erklärt Silvana Kürschner, Global Strategy Director GC Glob. Mit dem zusätzlichen Tag für Geschäftskunden soll mehr Raum und Zeit für Geschäftsanbahnungen und Abschlüsse, Business Matching und Networking geschaffen werden. Als Business-Messe war die erste GCO durchaus ein Erfolg - bei den Besucherzahlen ist aber noch viel Luft nach oben: Zur Messepremiere in diesem Sommer kamen 43.000 Besucher (kress.de vom 7. August 2009).
Die Leipziger Messe hatte die Games Convention Online aus dem Hut gezaubert, nach dem sich die Branchengrößen für einen Standortwechsel entschieden hatten und mit Sack, Pack und Publikum nach Köln zogen. 245.000 Besucher meldeten dort die Macher nach Ablauf der ersten gamescom. Diese stolze Zahl soll im kommenden Jahr geknackt werden, vom 18. August bis 22. August steigt die gamescom 2010. Platz gibt es in Köln reichlich - am Flair wird gearbeitet.
Hier sind die Viral-Hits der Woche: Heineken sahnt mit einem Video bei YouTube ab, in dem eine Betrunkene eine Hochzeit ruiniert, einem NBA-Profi gelingt ein irrer Korb, Remi Gaillard hält sich neuerdings für Tarzan, Verizon verhöhnt das iPhone, Firefox feiert, ein Seeleopard füttert (!) einen Kameramann und ein Agent bekommt es mit einer Taube zu tun. Für ganz Hartgesottene haben wir einen Viral von Microsoft ausgesucht. Frühere Ausgaben der “Viral-Spot-Schau” gibt’s übrigens hier. Wer bei Werbespots immer auf dem Laufenden bleiben will, sollte die kress-Spotschau ansteuern. Viel Spaß!
Heineken-Viral: Betrunkene ruiniert Hochzeits-Fete
Kunst-Korb: NBA-Spieler setzt die Wand ein
Remi Gaillard als Tarzan
Verizon verhöhnt AT&T und das iPhone (via macnotes.de)
Zum fünfjährigen Geburtstag: Die Firefox-Geschichte
Seeleopard füttert Fotograf - Atemberaubende Bilder aus der Antarktis
Agent vs. Taube (via spreeblick)
Grusel-Viral: Microsoft lässt seine Mitarbeiter tanzen (via basicthinking)
“Kurz angespielt” dreht sich heute um die Eröffnung der PlayStation-Videothek, die fuminante Rekordjagd von “Modern Warfare 2” und die Nintendo-Wii-Krise.

Nach Apple und Microsoft tummelt sich mit Sony ein weiterer Player im Geschäft mit Film-Downloads: Der PlayStation Network Video Store hat heute hierzulande eröffnet. Dank des neuen Services können Hunderte von Filmen zu Hause über die PS3 oder unterwegs über die PSP angesehen werden. Zur Eröffnung winken einige Angebote: Wer sich im PlayStation Network neu registriert, kann sich “Transformers” für umme runterladen, dazu gibt es die Dan-Brown-Verfilmungen “Illuminati” und “Da Vinci Code” im Doppelpack für 14,99 Euro. 2.000 Filme stehen in den Regalen der Sony-Videothek, die neben Deutschland heute auch in Großbritannien, Spanien und Frankreich gestartet ist, 500 sind in deutscher Sprache. Sony verspricht, dass jede Woche rund 50 Filme dazu kommen sollen.
Zu den Preisen: Für geliehene Streifen sind im Standardformat 2,99 Euro zu berappen, 3,99 Euro kosten sie in hochauflösender Qualität. Wie bei Apple werden für Kauffilme 7,99 Euro und mehr aufgerufen. Entscheidet man sich fürs Leihen, darf der Film bis zu 14 Tage auf der Festplatte verweilen. Nach dem Druck auf den Startknopf kann der Film innherhalb von 24 Stunden angesehen werden.
Neben großen Hollywood-Studios wie 20th Century Fox, Paramount Pictures oder Walt Disney hat sich Sony auch Filmstoff von drei deutschen Produktionsfirmen gesichert: Constantin, Kinowelt und Universum Film.

550 Mio Dollar hat das Kriegsspiel “Call of Duty: Modern Warfare 2” innherhalb von 5 Tagen umgesetzt. Laut Hersteller Activision Blizzard ist das das beste Fünf-Tagesergebnis in der Geschichte der Entertainmentindustrie. Zum Vergleich: “Harry Potter und der Halbblutprinz” schaffte im gleichen Zeitraum “nur” 394 Mio Dollar, bei “The Dark Knight” waren es “schlappe” 203,8 Mio Dollar. Der bisherige Rekordhalter stammt allerdings aus der Games-Branche: “Grand Theft Auto IV” - der Rockstar-Games-Blockbuster schaffte 500 Mio Dollar Umsatz in fünf Tagen. Zuvor hatte Activision Blizzard bereits mit einem “24-Stunden-Rekord” von “Modern Warfare 2″ geklappert (bartlspielt vom 13. November 2009).

Nintendos Wii befindet sich auf dem absteigenden Ast. Die Verkaufszahlen sinken und sinken. Im Oktober gingen in den USA 506.900 Wii-Konsolen über den Ladentisch - das sind 37% weniger als im Vorjahreszeitraum, trotz Preissenkung von 250 auf 200 Dollar. Im Aufwind befindet sich die PS3, die lange wie Blei in den Regalen lag. So melden die Marktforscher der NPD Group 320.600 verkaufte Sony-Konsolen für Oktober - ein Plus von satten 70%. Auch Sony hat an der Preisschraube für die PS3 gedreht und mit der PS3 Slim ein neues Gerät präsentiert. Die Xbox 360 von Microsoft büßte im Oktober ebenfalls ein: Lediglich 250.000 Stück wurden zur Kasse getragen - 33% weniger als im Vorjahreszeitraum.