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Icahn stockt bei Take 2 auf und sucht einen Käufer

geschrieben am 21. Dezember 2009 | in: köpfe + player

Der amerikanische Investor Carl Icahn, (Foto, 73) stockt seine Beteiligung an dem Spiele-Publisher Take 2 kräftig auf - von 2,5% auf 11,3%. Im Take 2-Portfolio befinden sich umsatzstarke Marken wie “Grand Theft Auto“, “Bioshock” oder “Mafia“, Icahn hatte zuletzt mit seinem Einstieg bei Yahoo für Schlagzeilen gesorgt - er wollte das kriselnde Internet-Unternehmen an Microsoft losschlagen.

Im vorigen Jahr schickte sich der Spieleriese Electronic Arts an, Take 2 schlucken. Der Deal platzte, weil EA aus Take-2-Sicht nicht genug bot - seitdem hat sich der Take-2-Aktienkurs mehr als halbiert. Das zurückliegende Quartal des Unternehmens lief alles andere als geschmiert: Der Umsatz schmolz und ein Mio-Verlust stand zu Buche.

Als Kaufinteressenten für das schwächelnde Take 2 sollen nun Viacom, Time Warner und Microsoft gelten. EA hat offenbar kein Interesse mehr.

Giga: Gamer werden Dienstleister

geschrieben am 8. Dezember 2008 | in: games + medien, köpfe + player

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Mit erfreulichen Nachrichten kann Premiere derzeit selten aufwarten. Ausgerechnet eine Tochter sorgt für einen kleinen Lichtblick, auf deren Überleben in den vergangenen Jahren nicht viele gewettet hätten. Der Kölner Digitalsender Giga, TV- und Online-Heimat der Gamer-Gemeinde, feiert in diesen Tagen seinen zehnten Geburtstag – nach etlichen Umbrüchen, Strategie und Gesellschafterwechseln ist er seit einem Jahr im Besitz von Premiere.

Dem Vernehmen nach ist das Jubiläumsjahr das erste in der Sendergeschichte, in dem Giga seinen Business- Plan erfüllen wird. Auf dem langen Pfad in Richtung Profitabilität soll das Ziel Ende 2009 oder Anfang 2010 erreicht werden. Seit September steuert Geschäftsführer Stephan Borg (Foto unten), 30, den Kurs – und setzt für 2009 auf Expansion in ein neues Geschäftsfeld. Neben dem eigenen Sendebetrieb soll Giga Digital Television zur Produktionsfirma für Gaming-Sendungen werden. Das Interesse an dem Wachstumsmarkt ist bei TV-Sendern groß – über wenige zaghafte Versuche ist freilich noch keiner hinausgekommen. „Mit zehn Jahren geballter Expertise liegt es nah, auch für Dritte zu produzieren oder sie bei der Entwicklung von Gaming-Inhalten zu beraten“, sagt Borg.

Vereinzelte Erfahrungen mit Auftragsproduktionen hat Giga bereits in der Vergangenheit gesammelt. So entstand 2005 für den damaligen NBC-Universal- Schwestersender SciFi das Magazin „Sci Gamer“, 2006 für RTL II ein Pilot zum Format „Highscore“. Borgs neue Offensive zielt auch auf Games- Publisher, Konsolenhersteller und Verlage ab, die an professionell produzierten Web-TV-Angeboten interessiert sind. Je nach Budget ist dafür eine Zweitverwertung von Giga-Programmen oder eine Neuproduktion unter dem Label des Kunden möglich. Geht es nach Borg, soll das Produktionsgeschäft bald ein wichtiger Umsatzzweig werden. Pünktlich zum Geburtstag am 30. November wird die Unternehmensmarke Giga Digital durch ein eigenes Logo und eine B2B-Website gestärkt und vom Sender abgehoben.

Für neue Zuschauer sorgt die jüngste Kooperation mit TechniSat: Auf allen DigitalSat-Receivern und LCD-Digitalfernsehern des Anbieters ist

Giga nun auf Programmplatz sechs gespeichert. Das hohe Feedback der ersten zwei Wochen lässt laut Borg auf jede Menge Erstkontakte schließen. Üblicherweise findet sich Giga in den Voreinstellungen von Digitalreceivern irgendwo zwischen 80 und 100. „Spartensender müssen auf die Unterstützung der Industrie bauen können, damit digitale Programmvielfalt nicht bloß ein Modewort bleibt“, findet Borg. Dabei handelt es sich nicht um einen teuer bezahlten Marketing-Gag, sondern um eine Entwicklungspartnerschaft. Giga wirkt maßgeblich am neuen „TechniSat Multytext“ mit, einem multimedialen Text- und Bildinfor ma - tionsdienst auf Basis des Übertragungsstandards MHEG-5. Dieser soll voraussichtlich im März 2009 starten und programmbegleitende, interaktive Zusatzdienste auf den TV-Bildschirm bringen. Auch online rüstet Giga zum Jubiläum auf – mit einem neuen, vom Münchner Anbieter stream5 entwickelten Videoplayer und einer Video-on-Demand- Datenbank, die jeden Giga-Beitrag 24 Stunden nach der Erstausstrahlung dauerhaft verfügbar macht. Die Technik eignet sich auch für Video-Ads mit interaktiven Elementen. Ein gemeinsamer Showcase mit stream5 unter dem Titel „Giga Future“ soll ab Mitte 2009 „innovative Werbeformen zeigen, die so noch keiner gezeigt hat“, kündigt Borg an.

Der Mann ist Wandel gewohnt. Vier verschiedene Gesellschafter hat Borg in vier Jahren Giga erlebt. Als CvD kam er 2004, dem Jahr, in dem NBC Universal den Laden von Gründer Helmut Keiser aufkaufte. Ende 2005 übernahm ein Konsortium unter Führung des E-Sports- Veranstalters Turtle Entertainment die Regie, Ende 2007 schließlich Premiere. Selbst für einen Trendsetter-Sender ungewöhnlich viele Brüche. „Im elften und zwölften Jahr sollte Giga besser nicht ruckeln“, sagt Borg. „Jetzt sind Stabilität und Rückhalt gefragt.“

Ausgerechnet vom krisengeplagten Premiere scheint er dies bislang zu bekommen. Es passt zur Mentalität der News-Corp.-Manager, eine Tochter in einem strategischen Wachstumsmarkt machen zu lassen, solange sie ihre Pläne erfüllt. Also wird Borg erst beim Tag der offenen Tür zum Senderjubiläum Waffeln backen, dann nach Kalifornien fliegen, um eine Kooperation mit IGN Entertainment auszuhandeln. Der Anbieter des weltgrößten Gaming-Portals ist ebenfalls eine News-Corp.-Tochter (Torsten Zarges).

Microsoft-Vorstand Bach:
Xbox 360 in Deutschland vor PS3

geschrieben am 12. November 2008 | in: konsolenmarkt, köpfe + player

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Die Preissenkungen haben der Microsoft-Konsole Xbox 360 offenbar gehörig Auftrieb gegeben. Robbie Bach, Chef der Unterhaltungssparte von Microsoft gegenüber der “FAZ“: “Die Verkäufe sind dramatisch gestiegen; in Deutschland haben wir die PS3 wieder überholt”, so Bach. Der Marktanteil habe sich in vielen europäischen Märkten verdoppelt, seitdem Microsoft die Preise gesenkt habe. Auch in der Vereinigten Staaten verkauft Microsoft laut Bach doppelt so viele Konsolen wie der Rivale Sony.

Bach hat dafür eine einfache Erklärung: “In konjunkturell schwierigen Zeiten achten die Menschen eben mehr auf den Preis.” Die Xbox 360 habe jetzt einen Preispunkt erreicht, der für den Massenmarkt interessant sei: “In der vergangenen Konsolengeneration haben wir 80% der Geräte verkauft, als der Preis unter 199 Dollar oder 179 Euro gefallen ist”. Mit dem Einstiegsmodell Xbox Arcade ist Microsoft jetzt an diesem Preispunkt angekommen.

Ob sich 179 Euro rechnen? “Manchmal verdienen wir mit der Hardware etwas Geld, manchmal verlieren wir Geld. Geld verdienen wir mit den Spielen oder mit dem Online-Dienst Xbox Live, der sehr gut läuft. Insgesamt ist das Geschäft profitabel und wird es auch bleiben”, so Bach. Xbox Live habe etwa 14 Mio angemeldete Nutzer, die Hälfte aller Xbox-Käufer - das meiste Geld komme von den Mitgliedsbeiträgen.

Gerüchten, dass die neue Benutzeroberfläche “New Xbox Experience” zum Start (19. 11) noch nicht vollständig sei, widerspricht Bach: “Mit Ausnahme der Primetime, einer Sammlung interaktiver Spielshows, wird alles fertig sein.” Primetime soll im kommenden Frühjahr nachkommen (bartlspielt vom 22. Oktober 2008).

RTL-Games-Chef Strecker hat ausgespielt

geschrieben am 16. Juni 2008 | in: games + medien, köpfe + player

Holger StreckerHolger Strecker , 40, verlässt seinen Posten als Geschäftsführer der RTL Games GmbH nach nicht einmal einem Jahr. Er will sich einer neuen unternehmerischen Herausforderung stellen. Welche das ist - unklar. Seine Aufgaben bei der 100%igen RTL-interactive-Tochter übernimmt Birgit Hönsch neben ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin der RTL Enterprises GmbH, der Lizenz- und Merchandising-Abteilung der RTL-Gruppe. Strecker war seit August 2007 Games-Boss, davor verantwortete er seit 1996 das Lizenz- und Merchandising-Geschäft von RTL II und RTL und übernahm 2000 die Leitung der neu gegründeten RTL Enterprises.

Hintergrund: Die RTL Games GmbH verantwortet seit 1. August 2007 das gesamte Business rund um Computer- und Konsolenspiele der Mediengruppe RTL Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Köln konzipiert und veröffentlicht PC- und Videogames für unterschiedliche Spieler-Typen und setzt dabei vor allem auf den Massenmarkt der Arcade- und Casual-Games. Ziel ist es, sich als deutscher Publisher am nationalen, aber auch am europäischen Markt zu etablieren und vom Wachstum der Videospiel-Branche zu profitieren.

Die Firma – Spielend Kunden gewinnen

geschrieben am 2. Juni 2008 | in: casual games, games + marketing, köpfe + player

Marcus Wenig & Tobias TeutschWie erzeugt man Sympathie für einen Laststufenschalter? Diese Frage haben sich Marcus Wenig (Foto rechts), 40, und Tobias Teutsch (Foto links), 30, Anfang des Jahres gestellt. Wenig ist Geschäftsführer und Gründer der Wiesbadener Digitalagentur Die Firma; Teutsch arbeitet dort als Unitleiter Casual Games. Die Firma greift Unternehmen unter die Arme, deren Produkte und Dienstleistungen einer Erklärung bedürfen. Wenig spricht von „Hidden Champions“ – Unternehmen die exzellente Produkte liefern, die vielen Menschen das Leben erleichtern oder verschönern, von denen außerhalb ihrer Branche aber kaum einer wisse, was sie eigentlich machen. Zum Beispiel Unternehmen wie die Reinhausen Gruppe, die sich mit Hochspannungstechnik befasst. Für den Global Player hat sich Die Firma ein so genanntes Casual Game ausgedacht: Das soll potenzielle Kunden dazu bringen, sich mit dem Reinhausen-Kernprodukt auseinanderzusetzen – dem Laststufenschalter.

Casual Games stehen für gelegentliches, lockeres Zocken ohne große Einarbeitungszeit. Die Games für zwischendurch, die gerne auch am Büro-PC gespielt werden, stehen derzeit hoch im Kurs. Aber eigentlich sind sie ein alter Hut: Pong und Tetris lassen grüßen. „Casual Games sind für Unternehmen ein ausgezeichneter Weg, ihr Image zu steigern und die Kundenbindung zu erhöhen“, sagt Wenig. Neben dem Spielspaß gehe es vor allem darum, dem Nutzer Wissen über die Marke, das Unternehmen oder das Produkt zu vermitteln. Beim für Reinhausen entwickelten Casual Game „Powerplay“ muss der Spieler Laststufenschalter bei den Stadtwerken eines fiktiven Ortes so geschickt bedienen, dass Industrie wie auch Privathaushalte immer optimal mit Strom versorgt sind. Nach dem Spiel soll der Spieler das Spiel Geschäftspartnern, Freunden und Bekannten schmackhaft machen. Als Appetit-Anreger gibt es Preise und Bestenlisten. Das Zwischenergebnis: Mehr Seitenzugriffe auf die Unternehmens-Website sowie eine deutliches Plus bei den Newsletter-Abonnenten, so Wenig. Spiele wie „Powerplay“ laufen unter der Firma-Fahne Infotainment – sie seien besonders für große Mittelständler wie Maschinenbauer und Werkzeughersteller interessant.

Powerplay

Sechs Mitarbeiter befassen sich bei Die Firma mit Casual Games – Projektleiter, Designer und Techniker. Dazu je nach Bedarf Illustratoren und Musiker. Auch Mathematiker habe man schon zu Rate gezogen, um zu verhindern, dass ein Spiel zu schwer werde, sagt Spiele-Häuptling Tobias Teutsch. Seine Abteilung finanziert sich durch die mit den Kunden vereinbarten Projektbudgets: Einen niedrigen fünfstelligen Betrag koste es, ein Casual Game zum Laufen zu bringen. Auf der Spiel-Kundenliste von Die Firma stehen auch T-Online und neckermann.de. Für das Versandhaus haben Teutsch & Co. u.a. „Die Schatzinsel“ ausgebuddelt: Bei dem Onlinespiel mussten die Nutzer einen Schatz suchen und zum Online-Duell gegen andere Kapitäne antreten. Anders als bei Reinhausen war die Marke nicht Teil des Spiels. Das neckermann-Logo tauchte im Spiel-Logo auf. Hier ging es darum, eine breit gefächerte Zielgruppe zu unterhalten.

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