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43.000 Menschen haben zwischen 31. Juli und 2. August die erste Games Convention Online (GCO) in Leipzig besucht, eine Messe für Online- und Casual-Games. Dies waren etwas weniger als die erhofften 50.000 Besucher, doch immerhin fand sich die Zielgruppe vor Ort ein: “90% der Besucher waren Online-Spieler”, sagte Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe. Eine offizielle Umfrage unter den Ausstellern ergab, dass 90% sich an der GCO 2010 wieder beteiligen wollen. Von den Besuchern planen 86% auch im kommenden Jahr die Reise nach Leipzig. Die Web-Seite der GCO wurde 500.000-mal aufgerufen. Hintergrund: Noch im vergangenen Jahr fand in Leipzig die Games Convention statt, die sich traditionellen Videospielen widmete und 203.000 Besucher zählte (via kress.de). Im Rahmen der GCO hat Bigpoint-Boss Heiko Hubertz eine interessante Aussage getroffen: “Wir verdienen pro User zwei- bis dreimal mehr als Blizzard mit denen von World of Warcraft“. Zudem erklärt der Medienwissenschaftler Sven Jöckel in der “SZ“, warum Online-Spiele womöglich das Sozialverhalten fördern und der Bitkom belegt, dass sich Online-Spiele zu einem Massenmarkt entwickeln.

Nintendo spielt die erste Geige im deutschen Videospielmarkt: Mit 32% Anteil an den Gesamtverkäufen aller Konsolenspiele ist der Nintendo DS Marktführer, auf Nintendos Wii-Konsole entfielen seit Jahresbeginn 19,9% der Absätze. Die Zahlen haben die Marktforscher von media control ausgerechnet. Die Sony-Konsolen PS3 und PS2 liegt aktuell mit jeweils 16% Marktanteil gleichauf. Den fünften Platz in dieser Halbjahrestabelle belegt Microsofts Xbox 360 mit 10,1% Absatz. Insgesamt machten deutsche Zocker im ersten Halbjahr 2009 462 Millionen Euro für Videospiele locker. Ein Jahresvergleich ist nicht möglich, weil media control die Datenbasis verändert hat (via computerbild.de).

2,2 Mio Wii-Konsolen hat Nintendo zwischen April und Juni weltweit verkauft - damit hat sich der Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als halbiert. Die Verkaufszahlen des Nintendo DS gingen von 6,94 Mio auf 5,97 Millionen zurück - der DS bleibt mit insgesamt rund 108 Mio ausgelieferten Spielgeräten aber klarer Marktführer. Zum Auch der Spieleverkauf gab nach. Dementsprechend sank der Umsatz des erfolgsverwöhnten Unternehmens im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um satte 40% auf umgerechnet 1,9 Mrd Euro. Schuld seien neben der Finanzkrise vor allem fehlende Blockbuster, so Nintendo (via golem.de).

23,8 Mio PlayStation-3-Konsolen und 189,7 Mio PS3-Spiele gingen bis zum 30. Juni 2009 über die Ladentheke. Die Zahlen gab das Unternehmen im Rahmen des Quartalsberichts bekannt. Zum Vergleich: Rivale Microsoft konnte von seiner Xbox 360 bislang rund 32 Mio absetzen - allerdings ist die Konsole schon länger am Markt und deutlich billiger als die PS3; Nintendo hat von seiner Wii bereits rund 53 Mio Geräte vertickt. Dass es in Sonys Gamessparte kriselt, zeigen folgende Zahlen: So lieferte das Unternehmen 1,1 Mio PlayStation-3-Konsolen im ersten Quartal aus - das sind 500.000 Konsolen weniger als noch im Vorjahr. Noch deutlicher ist der Abwärtstrend bei der PSP: Hier ging der Absatz von 3,7 Mio auf 1,3 Mio zurück (via gamepro.de, gamesmarkt.de, gamepro.de). Etwas Erfreuliches konnte Sony doch noch verkünden: Die Herstellung der PS3 sei mittlerweile um rund 70% günstiger. Was die vom Markt erwartete Preissenkung wahrscheinlich macht (via 4players.de).
Sam Raimi zaubert “WoW” auf die Kinoleinwand: Bei Activision Blizzard wird geklotzt: Der Spiele-Riese hat Sam Raimi als Regisseur für “Warcraft” gewonnen - der Verfilmung von “”World of Warcraft“, des erfolgreichsten Onlinespiels aller Zeiten. Unterstützt wird Raimi dabei von Produzent Charles Roven, auf dessen Konto die herausragende Comic-Verfilmung “The Dark Knight” geht. Mit den Dreharbeiten soll begonnen werden, wenn Raimi seinen “Spider Man 4” im Kasten hat - hier fällt die erste Klappe Anfang 2010. Ebenfalls bald im Kino: “Prince of Persia” (via chip.de). Indes plant auch Electronic Arts eine große Verfilmung: D.J. Caruso soll bei “Dead Space” Regie führen (via variety.com).
Abiturienten spielen am meisten! Laut Bitkom sind Computerspiele bei Abiturienten deutlich beliebter als bei Menschen mit niedrigerem Schulabschluss. Fast jeder dritte Abiturient zocke am Rechner, an der Konsole oder mit dem Handy – bei Hauptschulabgängern sei es hingegen nur jeder fünfte. “Mit dem Bildungsniveau wächst die Neigung zu Computerspielen“, so Achim Berg, Chef von Microsoft Deutschland und Bitkom-Vizepräsident. Insgesamt gebe es 21 Mio Video- und Computerspieler in Deutschland aus. Am populärsten sind den Angaben zufolge Computer- und Videospiele bei den 14- bis 29-Jährigen: 70 Prozent von ihnen beschäftigten sich in ihrer Freizeit mit digitalen Medien. Lieblings-Spielgerät sei der Computer, mit weitem Abstand folgen Spielkonsole, Handy und Handheld (via focus.de).

And the winner is: Die Koelnmesse ruft bei der Premiere der Spielemesse gamescom den gamescom Award 2009 ins Leben. Mit diesem Preis wollen die Veranstalter die besten Spiele krönen, die auf der gamescom vorgestellt und erstmals der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Eine sechsköpfige Jury nimmt die Bewertung und Auszeichnung vor. Zur Auswahl stehen insgesamt vier Kategorien: Spiele für PCs, Spiele für Konsolen (PS2, PS3, Xbox, Wii), Spiele für Mobile (Gameboy, PSP, PSP Go, NDS, NDSi, iPhone, Handy) und Online-Spiele. Zusätzlich wird plattformunabhängig der “Best of gamescom“-Award ernannt. Wer der Jury angehört, lest ihr hier. Wer es nicht zur gamescom schafft - der Sender 3sat überträgt live.

55% der US-Amerikaner sind Gamer, besagt die jährlich erhobene “Gamer Segmentation“-Studie der NPD Group. Laut den Marktforschern kletterte die Zahl der spielenden US-Amerikaner 2008 um 4,3 Mio auf 170 Mio. NPD Group unterscheidet mehrere Gruppen, die größte ist die der “Secondary Gamer” mit rund 34 Mio Nutzern - zumeist Frauen, die keine Konsole im Wohnzimmer stehen haben und bis zu 4 Stunden wöchentlich mit bereits vorhandener Hardware daddeln. Dahinter folgen die “Console Gamer”. Die Gruppe, der rund 33 Mio US-Bürger angehören, besitzt mindestens eine Spielkonsole und gibt mindestens 12 Stunden in der Woche ihrem Spieltrieb nach. 30 Mio US-Bürger haben mindestens eine Handheld-Spielgerät - das sind die sogenannten Heavy Portable User, sie sind im Schnitt rund 19 Jahre alt. Weitere Gruppen sind u.a. die “Online PC-Gamer” (26 Mio) und die “Offline PC-Gamer“(24,1 Mio). Mehr über die Studie bei gamesmarkt.de und gamezone.de.

Ralf Rangnick (Foto links) ist auf dem Cover von Electronic Arts “Fußball Manager 10” zu sehen. EA hat den Hoffenheim-Trainer als Testimonial verpflichtet. Rangnick folgt auf Bundestrainer Jogi Löw, der im vergangenen Jahr seinen Kopf für das beliebte Manager-Spiel hingehalten hat. Erscheinungstermin des “Fußball Manager 10″: Herbst 2009.
Das Video der Woche: Die Booth-Babes der Comic-Con 2009


Web-Aufstand: Die Online-Petition gegen das geplante Verbot von Killerspielen hat nach nur einer Woche die entscheidende Schwelle von 50.000 Unterzeichnern genommen. Somit muss sich der Petitionsausschuss des Bundestags nach Ablauf der Unterzeichnungs-Frist in einer öffentlichen Sitzung mit dem Thema befassen (via stern.de). Nicht alle Gamer jubeln über die Petition: Boris Schneider-Johne, Produkt Manager Xbox Platform und Macher von “dreisechzig.net“, kritisiert den Web-Aufstand.

“Nicht logisch!”: Sony-Boss Howard Stringer hat Usern und Spielestudios, die lauthals eine günstigere PS3 fordern, den Wind aus den Segeln genommen. Bei einer Konferenz antwortete Stringer auf die Frage, ob eine Preissenkung nicht logisch wäre, dass der Konzern bei einem niedrigeren Preis Verluste mit jeder Konsole machen würde und das sei keineswegs logisch. Und donnerte gleich gegen Kollege Bobby Kottick, Boss vom Spieleriesen Activision Blizzard: “Er mag es reichlich Lärm zu machen” (via derstandard.at). Kotick hatte zuvor gedroht, keine Spiele mehr für die PS3 basteln zu lassen, wenn Sony nicht endlich mit einer Preissenkung die mauen Verkaufszahlen der PS3 ankurble (bartlspielt vom 22. Juni 2009). Trotz aller Dementis: Die Preissenkung wird kommen. Angeblich schraubt Sony ja schon einer abgespeckten PS3 Slim, die schon im August in den Regalen liegen könnte. Im August steigt auch die gamescom in Köln (bartlspielt vom 7. Juli 2009).

Schweini und FIFA: Bastian Schweinsteiger, der deutsche Nationalspieler in Diensten des FC Bayern, ist der Coverboy der deutschen Version von FIFA 10. Damit tritt er in die Fußstapfen von Kevin Kuranyi, dem Coverstar des letzten Jahrgangs. Electronic Arts bringt seinen Fußball-Dauerbrenner FIFA am 1. Oktober in die Läden (via fifa.easports.com). Das Spielemagazin “4Players” hat derweil das Konkurrenzprodukt “Pro Evolution Soccer 2010” angespielt. Ob sich “FIFA” Sorgen machen muss, lest ihr hier.

Achtung! Verspätung! Take 2 verschiebt ein Spiel nach dem anderen: Nachdem der New Yorker Publisher bereits im Mai die Release-Verschiebungen von “Mafia II” und dem Western-”GTA“ “Red Dead Redemption” verkünden musste, wird die große Fan-Gemeinde von “Bioshock” jetzt auch auf die Folter gespannt. Der zweite Teil des Edel-Shooters soll nicht wie ursprünglich geplant am 30. Oktober erscheinen, sondern erst im kommenden Geschäftsjahr. Man wolle den Entwicklern von “Bioshock II” zusätzliche Zeit geben, heißt es offiziell. Offenbar hofft Take 2, dass sich in paar Monaten die Wogen im Spielemarkt geglättet haben. Parallel zur “Bioshock”-Schock-Nachricht hat Take 2 eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal, das am 31. Oktober endet, und das Gesamtjahr rausgehauen - ohne die großen Spiele-Umsatzbringer werden nun tiefrote Zahlen erwartet (via golem.de).
Spiel-Verderber: Die lange so gute Stimmung im US-Spielemarkt schlägt um - nach drei Monaten Talfahrt erwarten Analysten nun auch für Juni ein Minus: Um satte 20% soll das Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum sinken. Der “GTA“-Effekt, der im Vorjahr für außerordentlich hohe Umsätze sorgte, könne im vierten Monat in Folge nicht mehr als Erklärung für die Flaute herangezogen werden, stellt ein Analyst klar. Der schwache Start in die sonst so umsatzträchtige Feriensaison sei ein weiterer Indikator, dass der Markt nicht mehr stabil sei (via gamesmarkt.de). Noch schlimmer als den Spielemarkt könnte es den Hardware-Verkauf im Juni treffen: Von einem Minus von 43% gegenüber Vorjahr ist die Rede. Die schlauen Analysten stellen Konsolenhersteller wie Nintendo und Sony an den Pranger: Dies hielten schon zu lange an den derzeit aktuellen Preisen fest; besonders bei Wii und PlayStation 3 (siehe Beitrag oben) seien Preissenkungen längst überfällig (via gamesmarkt.de).

Kurt Cobain feiert Wiederauferstehung - leider nur im Musikspiel “Guitar Hero 5″. ActivisionBlizzard hat die komplette Trackliste für seinen Goldesel verraten. Als Charakter lassen sich Matt Bellamy (Muse), Johnny Cash, Shirley Manson (Garbage) und Kurt Cobain (Nirvana) freispielen. Ab 1. September liegt “GH5″ in den Regalen.

Kommt die schlanke PS3 im August? US-Medien berichten von einer kräftigen Preissenkung der PS3, dem Fertigungsbeginn der “PS3 Slim” und einem PS2-Emulator für die PS3. Sony habe bereits die taiwanesischen Unternehmen Foxconn und Pegatron beauftragt, eine dünnere PS3 zu basteln. Die “Slim” soll dann bereits ab August in den Regalen liegen. Der Preis könnte um rund 100 Dollar sinken. In der “Slim”-Variante sollen sich angeblich auch PS2-Spiele abspielen lassen. Gerüchte über eine (längst überfällige) Preissenkung von Sonys Hightech-Konsole gibt es schon länger. Sony hat bisher aber immer wacker dementiert. Im August findet übrigens auch die gamescom in Köln statt (via derstandard.at).
PSP-Phone: Sony soll noch in diesem Monat damit anfangen, ein Spielehandy zu bauen. Dies berichtet die japanische Wirtschaftszeitung “Nikkei Business Daily“. Damit wolle sich der Konzern gegen Apples iPhone wehren, für das sich Spiele wie geschnitten Brot verkaufen (bartlspielt vom 19. April 2009). Das Sony-Spielehandy könnte eine Mischung aus Sonys Handheld PSP und einem SonyEricsson-Handy sein (via bild.de). Im Oktober bringt Sony auch die “PSP Go” auf dem Markt, kleiner und schicker als der Vorgänger (bartlspielt vom 3. Juni 2009).

Bühne frei für “Einer gegen Hundert”: Ab kommendem Wochenende sollen Fernseh-Unterhaltung und Videospiel zusammenwachsen. Besitzer der Microsoft-Spielkonsole Xbox können dann über den Online-Dienst Xbox Live an der Quizshow “Einer gegen Hundert” teilnehmen. Die interaktive Show soll mehrmals in der Woche stattfinden. Ein Zufallsgenerator entscheide, ob ein Spieler die Rolle des Kandidaten oder seiner 100 Gegner übernimmt, so Microsoft. Die Fragen stammten aus unterschiedlichen Wissensgebieten. Als Preise winken Handys, Digitalkameras, Laptops, HD-Röhren und ein Mini One. Das TV-Vorbild ist eine weltweit erfolgreiche TV-Gameshow, die von Endemol produziert wird. Adam Valkin, Global Head of Media and New Business bei Endemol, freut sich, dass durch Xbox Live die Quiz-Show “Einer gegen Hundert” einem neuen Publikum näher gebracht werden kann.

Hat PES 2010 die Bundesliga am Start? “Pro Evolution Soccer” von Konami ist ein geniales Fußballspiel, ohne Frage. In Sachen Lizenzen ist die Simulation allerdings nur drittklassig. Offenbar soll mit Fantasie-Spielern und -Vereinen aber bald Schluss sein: Laut dem Magazin “PSM3” wird der 2010er Ableger die komplette Bundesliga, mit allen ihren Original-Clubs und -Spielern enthalten. Bisher hatte diesen Service nur EAs “FIFA” inklusive. Sicher ist, dass bei “PES 2010″ die Top-Ligen aus Spanien, Italien und Frankreich komplett lizenziert sein werden (via gamezone.de).
Nintendo führt die UK-Hitparade an: Britische Spielefans haben im ersten Halbjahr besonders bei Spielen mit dem Nintendo-Siegel zugegriffen. “Wii Fit“, “Wii Play” und “Mario Kart Wii” kommen zusammen auf 1,65 Mio verkaufte Exemplare. Auf Platzt vier: “Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf“. Erst auf Platz fünf folgt mit dem Sony-Shooter “Killzone 2” ein Nicht-Nintendo-Titel. “Resident Evil 5“, “Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“, “Die Sims 3” sowie “Call Of Duty: World At War” und “Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen” machen die Top-Ten komplett.
Süchtig nach Monstern: Die “Süddeutsche Zeitung” hat sich ausführlich dem Thema “Computerspielsucht” gewidmet. Dem Bericht zufolge gelten hierzulande drei Prozent der Jungen als computerspielsüchtig - in Südkorea sind 14% aller Jungen hochgradig abhängig. Besonders gefährdet sei die Gruppe der 15-Jährigen.

“Wii Fit”- von Wissenschaftlern empfohlen: Dies Nachricht wird die Marketing-Strategen von Nintendo freuen. Sportwissenschaftler der Uni Freiburg haben dem Spiel “Wii Fit” positive Effekte auf den Gleichgewichtssinn attestiert. Besonders geeignet seien die Trainingsmethoden für ältere Menschen und Personen mit mangelnder Fitness (via gamesmarkt.de).
Frauen spielen sich in den Vordergrund: Immer mehr Frauen und Mächden greifen zu Handheld und Controller. Laut den Marktforschern der NPD Group stieg der Anteil der weiblichen Konsolenspieler in den USA innerhalb eines Jahres von 23% auf 28%. Vor allem Nintendo befeuerte mit seinen Geräten Wii und DS diese Entwicklung. Parallel klettert auch die Zahl der weiblichen Vielnutzer um 4 Prozentpunkte. Die sogenannten Extremspieler hockten rund 40 Stunden in der Woche vor PC oder Konsole (via gamesmarkt.de).

Preissenkung oder Ausstieg: Der mächtige Spieleboss Robert Kotick (Foto) setzt Sony die Pistole auf die Brust: “Ich mache mir Sorgen um Sony. PlayStation 3 verliert an Boden und die Situation macht es schwierig für mich, die Konsole weiterhin zu unterstützen”, so der Activision-Blizzard-CEO. Zum Problem würden die zusehends hohen Entwicklungskosten bei gleichzeitig vergleichsweise geringeren Vermarktungschancen. Denn die Produktion von PS3-Spielen verschlinge viel Geld, auf Wii und Xbox 360 ließen sich dank der größeren installierten Basis aber höhere Stückzahlen verkaufen, so Kotick. Er wiederholte seine Forderung nach einer Preisenkung, ansonsten müsse Activision Blizzard (”Guitar Hero“, “Call of Duty“) das PS3-Geschäft überdenken (via gamesmarkt.de).
Schlusslicht Sony: In den USA sind die Umsätze mit Videospielen im Mai um 23% zurück gegangen. Laut den Marktforschern der NPD Group fielen die Erlöse erstmals seit August 2007 unter die 1-Mrd-Dollar-Marke. Die Hardwäre-Verkäufe gingen im Jahresvergleich um satte 30% zurück. Der Umsatz mit Software sank um 17%. NPD führt den Großteil des Rückgangs allerdings nicht auf die wirtschaftlichen Probleme zurück, sondern eher auf einen Mangel an attraktiven Spielen. Bei den Konsolen hat Nintendo weiter die Nase vorn. Microsoft konnte seine Xbox 360 im Mai rund 175.000 Mal verkaufen - ein Plus von 22%. Sony war einmal mehr das Schlusslicht und konnte nur rund 131.000 PlayStation 3 und 117.000 PlayStation 2 verticken (via winfuture.de).

“Games Don’t Kill” ist der Titel einer Kunstaktion, die von Jana Herwig und Harald Eckmüller im März dieses Jahres ins Leben gerufen wurde. Sie nahm ihren Anfang auf Twitter, eine Flickr-Group folgte, die schließlich insgesamt 80 Bildmontagen zum Thema Gewalt in Computerspielen hervorbrachte. Auslöser für die Aktion sei die Medienberichterstattung zum Amoklauf von Winnenden gewesen: “Die Schlagzeile ‘Vor der Bluttat spielte er ein Killer-Game am Computer’ war irritierend”, so Herwig. Der Medienwissenschaftlerin ging es darum, den Schwerpunkt der Diskussion weg von den Computerspielen hin zu den realen Waffen zu lenken. Die Bild-Text-Montagen zeigen bekennende Computerspieler, die schon einmal im Videospiel “getötet” haben, Gewalt in der Realität jedoch ablehnen (via derstandard.at, orf.at).
Sperr-Maßnahmen: Nach der Entscheidung des Bundestags für eine Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet gibt es Überlegungen für eine Ausweitung der Sperr-Maßnahmen. Der Bundestagsabgeordnete und CDU-Generalsekretär in Baden-Württemberg, Thomas Strobl, brachte die Idee ins Spiel, auch Seiten mit Ballerspielen zu blockieren. “Wir prüfen das ernsthaft“, so Strobl gegenüber dem “Kölner Stadt-Anzeiger“. “Wir gehen nach Winnenden nicht zur Tagesordnung über“, so der CDU-Politiker. “Wenn es einen Nachweis gibt, dass sich Killerspiele negativ auf das Verhalten Jugendlicher auswirken, dann kann das Internet kein rechtsfreier Raum sein.” (via Welt Online). Derweil hat der Deutsche Kulturrat die Forderungen der Innenministerkonferenz kritisiert, gewalthaltige Computerspiele zu verbieten (bartlspielt vom 8. Juni 2009).

Ingame-Werbung: Wagner Pizza und Kapersky Lab heißen die Sponsoren des Online-Spiels “Mountainbike Challenge 09“. Das von SevenOne Interactive (ProSiebenSat.1) und nexxter vermarktete Sportspiel ist ab sofort unter dem Titel “Big Pizza Mountainbike Challenge 09″ online. Wagner Pizza wird etwas die Hälfte der buchbaren Werbeflächen belegen. Das Unternehmen hat zudem eine eigene Microsite unter www.big-pizza.de programmieren lassen. Wagner Pizza war bereits Hauptsponsor der “Ski Challenge” (bartlspielt vom 25. November 2008), die wie die “Mountainbike Challenge” die Greentube AG entwickelt hat.

Falsche Fundamentalisten: Der Videospielhersteller Electronic Arts muss fragwürdige Werbemethoden eingestehen. Eine vermeintlich fundamentalchristliche Demonstration in Los Angeles gegen ein Spiel des Konzerns (”Dante’s Inferno“) war in Wirklichkeit eine Marketing-Aktion.

“El Niño”: Konami hat Fernando Torres (Foto oben) als Coverboy für sein Fußballspiel “Pro Evolution Soccer 2010” gewonnen: Der spanische Nationalstürmer vom FC Liverpool hat einen Einjahresvertrag unterzeichnet und tritt ab sofort neben Barca-Wunderkind Lionel Messi als Pro-Evo-Werbebotschafter auf. “Das neue Spiel sieht absolut großartig aus, und ich freue mich bereits riesig darauf, mich selbst in PES 2010 in Aktion zu sehen”, gibt Torres zu Papier. “PES 2010″ erscheint im vierten Quartal u.a. für PS3 und Xbox 360 (via gamepro.de, 4players.de).

Hochkaräter: Die Leipziger Messe hat für die “Dialogkonferenz” der Games Convention Online David Reeves (Foto oben) als Keynote Speaker an Land gezogen. Der langjährige CEO von Sony Computer Entertainment Europe eröffnet die Konferenz am Freitag, 31. Juli 2009, mit dem Vortrag “Schrodingers Cat and Heisenberg’s Dog - The Change from Offline to Online”. Aufbauend auf seinen beruflichen Erfahrungen soll Reeves erläutern, was “Everything online” für die Branche und ihre Akteure bedeutet. “Auf der GCO werde ich einen Ausblick geben, wann der Online-Vertrieb von Spielen die klassischen Handelsdistribution überholt”, so Reeves, unter dessen Regie Sonys Playstation 3 und Playstation Portable in Europa eingeführt wurden.

Killerspiel-Verbot: Die Innenministerkonferenz hat sich auf ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von sogenannten Killerspielen verständigt. Der Beschluss ist laut Welt Online eine Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden. Das Verbot soll so schnell wie möglich umgesetzt werden.
And the winner is Sony… Wer war der große Abräumer der E3? 4Players hat es “errechnet” und “für den besten Spieleausblick”, “die beste Hardwareergänzung”, “den besten Handheldausblick”, “die beste Spielegrafik” (siehe “Uncharted“, Foto oben), “die größte Spiele-Überraschung” und “die beste Show & Vision” Punkte vergeben. Das Ergebnis: Sony 50 Punkte, Microsoft 32 Punkte, Nintendo 14.
Hollywood im Spiel: Spiegel Online berichtet von einer “leisen Revolution” auf der E3. Videospiele werden von Film- und Musikindustrie als gleichwertige Partner angenommen.

EA hört auf die Tribüne: Der Spieleriese Electronic Arts hat bei der Entwicklung von “FIFA 10” (erscheint im Herbst) Gemeinschafts-Sinn gezeigt: “Um ‘FIFA 10′ nach den Wünschen der Fans zu gestalten, haben wir uns an den 275 Mio online gespielten Partien orientiert”, so Andrew Wilson, Vice President&Executive Producer der Fußball-Reihe. Er verspricht im Gegensatz zum schon Champions-League-reifen neunten Teil reaktionsschnellere Torhüter, mehr Kontrolle bei Steilpässen und weniger Pfostenschüsse. Auch der Manager-Modus wurde aufgebohrt (via gamona.de).
DJ Hero in Aktion: Was “Guitar Hero” für die Rocker ist, soll “DJ Hero” für die Club-Gänger werden. Das Musikspiel erscheint im Oktober für PS3 und Xbox 360. Wie man “DJ Hero” steuert, seht ihr im Video.
Ingame-Werbung - ein Mrd-Markt?! Allen Unkenrufen zum Trotz sagen die Marktforscher von Screen Digest dem In-Game-Advertising-Geschäft eine goldene Zukunft voraus. In den kommenden fünf Jahren soll das Marktvolumen eine Mrd. US-Dollar erreichen. Die Stärken der Werbeform liegen laut Screen Digest in der einfachen und schlüssigen Einbindung von Werbebotschaften in die eigentliche Spielewelt, was für erhöhte Glaubwürdigkeit und damit stärkeren Einbuchungen sorgen wird. Zuletzt hatten einige Marktteilnehmer mit Schwierigkeiten zu kämpfen (via gamesmarkt.de).

Musik-Videos auf der PS3: Eigentlich wollte Sony seine “VidZone” schon zur E3 scharf schalten. Jetzt startet der Dienst, mit dem PSP- und PlayStation3-Besitzer Musikvideos, Konzertmitschnitte und Interviews ansehen können, hierzulande am 11. Juni (via Chip Online).